Kultur und Sport in Hamburg

Prolog II, Stulle in der gerade neu eröffneten Elbphilharmonie vor den 'Einstürzenden Neubauten'

Die 11 Neun-Uhr-Regulär-Starter (10 auf dem Foto+Fotograf)

Die 5 Acht-Uhr-Früh-Starter

Das Fährhaus Tatenberg, original 70er Jahre Flair

Auf'm Deich

Zwei Clubmitglieder auf dem Trailstück

Gute Laune vor dem Start

Stirnbandträger unter sich

Die Reflektor-Bande

 

 

Das die Freie- und Hansestadt HAMBURG viel zu bieten hat, ist ja allgemein hin bekannt. So stand bei uns der Samstag im Zeichen der Kultur. Tagsüber ging es in die Hamburger-Kunsthalle, zur viel gelobten Surrealistenausstellung und zu den Klassikern in der Dauerausstellung. In der Sonderausstellung haben mir die Bilder von Max Ernst am besten gefallen, in der Dauerausstellung die Werke von Gerhard Richter, Max Liebermann und Caspar David Friedrich.

 

Abends dann der absolute Knaller! In die gerade eröffnete niegelnagelneue Elbphilharmonie zum Konzert der Experimental-Rockband 'Einstürzende Neubauten'. Sie hatten den Auftrag, den edlen Musentempel auf seine Lärmtauglichkeit zu testen. Was ihnen unter anderem mit ihrem industriellen Baumaschinenlärm ( incl. einer Turbine) bestens gelang. Blixa Bargeld, Bassist Alexander Hacke, beide barfuß auf dem feinen Elphi Parkett, und der Rest der Band rockten den Laden par excellence.

 

Am Sonntag dann der sportliche Höhepunkt und eigentliche Grund für diesen Bericht. Clubmitglied Rolf Graubner hatte zu seinem „1. Tatenberger Bucht Winter Ultramarathon“ eingeladen!

Für kleine 6 Euro gab es acht Runden über 6,5 Kilometer, also insgesamt 52 Kilometer zu laufen, ca. 80 % Asphalt und ca. 20 % Wanderwege. Dazu ein kleines Laufbuffet mit selbstgebackenem Kuchen, Obst, Süßem und Salzigem, Kaltgetränke, warmer Pulvertee und heißer Tee aus der Thermoskanne. Der Verpflegungsstand war im gut geheizten Eingangsbereich aufgebaut. Toilette und beheizte Umkleidemöglichkeit standen auch zur Verfügung.

 

Veranstalter Rolf ist ein Clubmitglied und hat mittlerweile über 200 Marathon/Ultra auf dem Kerbholz. Er ist, wie er gerne erzählt, erst spät zum Laufen gekommen. Im Sommer ist Rolf zusätzlich viel auf dem Rennrad unterwegs und fährt gerne RTFs. Seine Triathlon Vita ist beeindruckend, mit wenigstens einer gefinishten Langdistanz. In jüngeren Jahren ist Rolf auch viel und erfolgreich Wildwasserkajak gefahren.

 

Wie der Name schon vermuten lässt, startete der Ultra im Hamburger Stadtteil Tatenberg. Hamburg gliedert sich in sieben Bezierke (Hamburg-Mitte, Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Wandsbek, Harburg und Bergedorf). Die Bezirke sind für eine Reihe dezentral wahrzunehmender Verwaltungsaufgaben zuständig, insbesondere im Sozial-, Gesundheits-, Bau-, Melde-, Wohnungs- und Liegenschaftswesen sowie im Bereich der Wirtschaftsüberwachung. Jeder Bezirk gliedert sich wieder in einzelne Stadtteile. So hat Hamburg insgesamt 104 Stadtteile, die aber lediglich geografische und statistische Bedeutung haben.  Wir befinden uns im Bezirk Bergedorf, im Stadtteil Tatenberg. Die größten Hamburger Stadtteile haben bis zu 80.000 Einwohner. Tatenberg gehört mit 512 Einwohnern zu den ganz kleinen.

 

Aus der kleinen Wohnstraße mit den 11roten Backsteinhäusern ging es am Ende der Sackgasse rechts auf den Marschbahndamm, einen ehemaligen Eisenbahndamm mit Gleisanlagen obenauf. Die Gleise sind lange abgerissen und mittlerweile verläuft hier der Elberadweg. Die Strecke wurde nach dem ersten Weltkrieg als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme vom Hamburger Senat in Auftrag gegeben. In der Nähe der Tatenberger Schleuse sah man jede Runde noch imposante Brückenpfeiler in der Dove-Elbe stehen. Anfang der 1950er Jahre wurde der Eisenbahnverkehr auf der Strecke dann schon wieder eingestellt.Dann ging es links in den Ortskern von Ochsenwerder, einen weiteren idyllischen Hamburger Stadtteil. An der St. Pankatiuskirche von 1673 und der Bäckerei vorbei, schon ist man wieder draußen. Ochsenwerder gilt als traditionelles Gemüse-, Stauden- und Schnittblumen-Anbaugebiet. So prägen Gewächshäuser und Folienflächen die Landschaft, hier, hoch auf dem Deich der Dove Elbe, einem Nebenfluss der Elbe - wieder rechts auf die Trailstrecke entlang der Tatenberger Bucht. Dort streift man das Wassersportzentrum Hamburg-Allermöhe. Die 2000 Meter lange Regattastrecke ist für 6 Ruderbahnen oder 9 Kanubahnen ausgelegt. Hier werden regelmäßig nationale Kanu- und Ruderwettbewerbe ausgetragen. Von hier sieht man auch das Gelände des Allermöher-Triple-Marathons am Horizont. An der Tatenberger Schleuse ging es dann wieder auf den Marschbahndamm. Nach anderthalb Kilometern war die Runde dann auch schon wieder um. Die Strecke war an den Abzweigen ausreichend markiert, so dass man sich nicht verlaufen konnte.

 

Skurril am Rande: Von den 13 Finishern haben 10 ihre Altersklasse nach DLV gewonnen!!! Herzlichen Glückwunsch!

Rolf, dir einen herzlichen Dank für diesen tollen, liebevoll organisierten Lauf.

 

Es folgen einige Statistische Informationen:

 

Streckenlänge: 52 km (8 x 6,5 km)

18 angemeldete Teilnehmer

13 Finisher

3 mal DNF nach 5+5+3 Runden

2 mal DNS

Schnellster Mann: Rico Bogacz in 04:58:36

Schnellste Frau: Claudia Wehnert in 05:24:24

Durchschnittszeit aller Finisher: 06:42:23

Frauenquote: 38,4%

 

Tipp: Wenn du ein Bild anklickst, kannst du dir in der Galerie noch mehr Bilder ansehen.

 

Text: Stulle

Bilder: Stulle und Rolf