IM TUNNEL

Abendprogramm - Besucherterasse Elbphilharmonie

Lecker Störteker auf der Elbphilharmonie

Vor der Elbphilharmonie

Da gehts abwärts! Das Eingangsbauwerk des Elbtunnels auf der St. Pauli Seite.

Da scharrt die Meute schon mit den Hufen...

Die schnellsten Herren

Die schnellsten Damen

Im Tunnel


10 (Zehn) Jahre haben wir drauf gewartet!

10 lange Jahre!

Den letzten gab es im Januar 2009!

Und jetzt ist es wieder so soweit!

Er ist wieder da!


Unser (…Trommelwirbel … Tusch … Applaus … Füßetrampeln …)


ELBTUNNELMARATHON !!!


Lange mussten wir auf ihn warten, dann ging alles so schnell.


Aber, langsam und von vorn.



Prolog

Den Elbtunnelmarathon (ETM) gibt es bereits seit dem Jahr 2000. Er wurde bis zum Jahr 2009 immer im Januar und insgesamt zehn mal ausgetragen. Dann hat die HPA begonnen die Tunnelröhren zu sanieren.

Die HPA, (Hamburg Port Authority) betreibt das Hafenmanagement der Freien und Hansestadt Hamburg und ist für alle behördlichen Belange des Hamburger Hafens zuständig. Sie ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und Eigentümerin des Großteils der Hafengrundstücke und so auch Eigentümerin und Betreiberin des St. Pauli-Elbtunnel oder auch des Alten Elbtunnel.

Mit Beginn der Sanierung konnte der ETM dann nicht mehr stattfinden. Der Elbtunnel besteht aus zwei voneinander getrennten Röhren. Der Ost- und der Weströhre sowie den Kopfgebäuden mit den Aufzugkörben auf der Steinwerders Seite und der St. Pauli Seite.

Für den ETM ist es unabdingbar, dass beide Tunnelröhren, die Ost- und die Weströhre zur Verfügung stehen.


Die Sanierung:

Die HPA sperrte ab dem Jahr 2009 die Oströhre und begann mit der Instandsetzung. Im Grunde dauerte die Sanierung des St. Pauli-Elbtunnels schon seit 1995 an, da man, bevor man sich an die Oströhre gemacht hat, auch schon die beiden Kopfgebäude im laufenden Betrieb kernsaniert hat.

Bei der Renovierung der Oströhre mussten unter anderem, 1.700 ringförmige Stahlträger freigelegt werden, 200.000 Nieten auf Dichtigkeit überprüft und 20.000 ersetzt werden. 3600 Tonnen Schwerbeton wurden eingegossen, 360.000 Kacheln wurden originalgetreu nachgebrannt und eingesetzt, über 37 Kilometer Fugen abgedichtet. Das denkmalgeschützte Stück Stadtgeschichte wurde mit historischer Detailliebe und höchster handwerklicher Präzision grundlegend erneuert. Es wurden 104, in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt angefertigte Lampen, sowie 80 große Keramikplatten mit 14 unterschiedlichen, Hafen-, Meer- und Wasser relevanten Tiermotiven angebracht.

Als problematisch erwies sich die Arbeit an der Fahrbahn. Zunächst musste die Röhre beschwert werden, damit die Fahrbahndecke abgetragen werden konnte, ohne dass der Elbtunnel aufschwimmt. In der Fahrbahn kamen zudem giftige Belege zum Vorschein, wodurch erhöhter Arbeitsschutz notwendig wurde. Die neue Fahrbahn war schließlich der letzte Akt bei der Sanierung der Röhre. Dies dauerte mit etlichen Verzögerungen und Verschiebungen bis zum 24.04.2019. Um genau 11.32 Uhr drückten Bürgermeister Peter Tschentscher und HPA-Chef Jens Meier gemeinsam den roter Buzzer und eröffneten damit die für 60 000 000 Euro sanierte Oströhre.

So dauerte die Sanierung nur einer Röhre mehr als doppelt so lange, wie der Bau des gesamten Tunnels vor über 100 Jahren.

Aber wie ich finde hat es sich gelohnt.


Die Vorbereitung:

Damit öffnete sich nun für uns und den ETM ein kleines, fast einmaliges Zeitfenster, um wieder unter der Elbe laufen zu können. Und das Allerbeste, Die HPA spielt mit und gestattet uns den Elbtunnel zu nutzen (Danke!) für Sonntag den 02. Juni 2019. Denn genau nach unserm Lauf, in der Nacht vom 02. auf den 03. Juni schließt sich dieses Zeitfenster wieder. Ab dem 03. Juni beginnt die Sanierung der Weströhre, was wohl wieder Jahre dauern wird. In dieser Zeit, in der dann lediglich die frisch sanierte Oströhre zur Verfügung seht, wird es wieder keinen ETM geben. Hier wünsche ich der HPA schon einmal viel Erfolg und wenig Ärger bei der bevorstehenden Arbeit.

Bedingt durch dieses kurze, nur sechswöchige Zeitfenster, konnte der Lauf auch nur extrem kurzfristig ausgeschrieben werden.

Als erstes bildete sich aus dem veranstaltenden 100 MARATHON CLUB ein tatkräftiges Vorbereitungs- und Orga-Team bestehend aus

Sven Peemöller,

Till Probst,

Hans-Jürgen Lange,

Thorsten (Stulle) Stohldreier,

Michael Weber,

als Race-Direktor hat sich HaJo Meyer zur Verfügung gestellt.

Und genau für diese Runde begann mit dem 'GO' die Arbeit - und zwar viel Arbeit!


Ingesamt wurden über 50 freiwillige, ehrenamtliche Helfer geworben. Teilweise Läufer, die vor oder nach ihrem Marathon mit angepackt haben, aber auch 30 Freunde des Laufsports, die ihren Sonntag (und das war der bisher schönste und wärmste Tag des ganzen Jahres) im Tunnel verbracht haben, damit wir laufen können. Neben den bekannten Jobs wie Verpflegung und Zeitnahme mussten wir 15 weitere Ordner stellen, die die Tunnelbesucher (der Tunnel war ja für den ganz normalen Fußgänger- und Radverkehr geöffnet) eingewiesen und informiert haben.

Neben drei Anhängerladungen Material, die wir angeliefert haben wurden noch acht Mobiltoiletten, ein 4er Pissoir, und zwei 1100 l Müllcontainer angeliefert.

Wir hatten einen Hänger für die Zeitnahmetechnik, einen für Material und einen für die Verpflegung. So mussten z.B. alle Getränke, auch Wasser in Flaschen, in den Tunnel geschafft werden, da das Wasser dort unten keine Trinkwasserqualität hat.


Der Tunnel:

Aber erst mal noch einige Informationen zu unserem Veranstaltungsort:

Sozusagen die Mutter aller Tunnel unter Flüssen!

Der im Jahre 1911 eröffnete Alte Elbtunnel wurde gebaut, um den Hafen- und Werftarbeitern als Verbindungsweg zwischen den Landungsbrücken und Steinwerder zu dienen. Ursprünglich eine technische Innovation, wurde der Tunnel spätestens nach Eröffnung des "neuen" Elbtunnels in den siebziger Jahren und weiterer neuer Brückenbauten im Hafen zur Touristenattraktion.

Das Bauwerk aus dem Jahr 1911 gilt auch heute noch als herausragende ingenieurtechnische Leistung. Es war damals der erste Tunnel dieser Art in Europa.

Ein Gebäude mit grüner Kuppel an den Landungsbrücken deutet auf den unter der Elbe querlaufenden Tunnel hin. Fahrstühle bringen Fußgänger und Radfahrer in die Tiefe, Autos nutzen die hydraulisch betriebenen Fahrkörbe und bezahlen eine Gebühr von wenigen Euro.

Mit neumodischen Tunneln ist der Alte Elbtunnel sicherlich nicht zu vergleichen, denn das Licht der seitlichen Lampen verleiht den gewölbten und gekachelten Röhren eine ganz eigene Atmosphäre. Die Tunnelsicht ist ein sehr beliebtes Fotomotiv. Reliefs in Form von Seesternen oder Delfinen schmücken zudem die Wände.

Heute ist der St.- Pauli-Elbtunnel ein Denkmal, aber zugleich ein Verkehrsweg mit neuer Funktion für Fußgänger und Radfahrer. Der Verkehr hat sich weiterentwickelt und inzwischen ist der Alte Elbtunnel eine neue Wegeverbindung, die vor allem von Fahrradfahrern und Fußgänger gern genutzt wird, um von der einen Seite der Elbe auf die andere zu kommen. Im vergangenen Jahr nutzten 1,1 Millionen Fußgänger den Tunnel sowie 300.000 Radfahrer, Tendenz stark steigend. Der Tunnel ist für sie kostenlos 24 Stunden am Tag nutzbar. Dazu kamen im Jahr 2018 38.000 Autos. Ab dem 03. Juni sollen dann Autos komplett ausgeschlossen sein.

Seit 2003 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und zeigt sich als sehr lebendiges Denkmal!


Die Sohle des St. Pauli-Elbtunnels liegt 24 Meter unter der Erdoberfläche. Je nach Pegelstand also etwa 21 Meter unter der Wasseroberfläche. Die Röhren sind 6 Meter hoch, von der Tunneldecke ist der Elbgrund nur einige Dezimeter entfernt.

Das gesamte Gebäude ist 448,5 Meter lang.


Andere Events im Tunnel:

Neben unserm Marathon gibt es noch einige andere spezielle Events die im Tunnel stattgefunden haben oder stattfinden.

Bis zum Beginn der Bauarbeiten gab es Kunstausstellungen, wie die bis 2009 jährlich stattfindende Elb-Art, hier wurde nationale und internationale zeitgenössische Kunst in den Röhren präsentiert.

Zur Wiedereröffnung gab es ein besonderes Highlight im Alten Elbtunnel. Am Wochenende vor unserem Marathon erwartete die Hamburger dort ein musikalisches Spektakel. Die Premiere einer für diesen Anlass eigens komponierten, multimedialen 'Tunnel Symphonie', vorgetragen von einem 144-köpfigen Orchester, brachte den Alten Elbtunnel bei insgesamt vier Aufführungen zum Erklingen.



Das Rennen

Die Strecke führte durch beide Elbtunnelröhren, insgesamt 48 Runden à 868,5 Meter plus einem Auftaktstück von 508,0 Meter. Das Höhenprofiel zeigte etwa je ein Drittel leicht abfallend, ein Drittel eben und ein weiters Drittel leicht ansteigend - zusammen etwa 150 Höhenmeter.

Um viertel vor Neun machte sich die Läuferschar gemeinsam vom Logistischen Zentrum an der Steinwerder Seite des Tunnels, Richtung Start, der in der Nähe der Aufzüge auf der St. Pauli Seite lag.

Nach einem kurzen Briefing und einer Ansprache des Tunnelchefs der HPA wurde der Lauf pünktlich um Neun Uhr durch das erklingen eines Nebelhorns, wie es eigentlich nur oben auf der Elbe zu hören ist, gestartet. Die 208 Starter verteilten sich recht schnell auf der Strecke, so das das Laufen immer gut möglich war. Die schnellen Läuferinnen und Läufer konnten gut auf den inneren Fußweg ausweichen und dort überholen. Tunnelbesuchern war der Äußere Fußweg vorbehalten, Radfahrer konnten im Läuferfeld mitschwimmen und so den Tunnel queren. Mit ein Bisschen Rücksichtnahme auf allen Seiten hat das auch sehr gut geklappt. Insgesamt war das Rennen von einem guten Miteinander geprägt.

Auch wenn es sich um den wie oben schon erwähnt heißesten und sonnigsten Tag des jahres in Hamburg handelte konnten alle läuferinnen und Läufer gut auf Sonnencreme Verzichten. Tageslicht kam an uns nicht heran!

Mir kam es manchmal vor wie im Schwimmbecken, an drei Seiten Fliesen...

Dazu passt ja auch, dass es nass war, und zwar richtig. Schon nach wenigen Runden war die kühle Luft mit Feuchtigkeit gesättigt, Die Feuchtigkeit kondensierte an den Kacheln und lief die Wände runter. Ich war klitschnass, alles war nass...



Die Läuferverpflegung war mit Wasser, Cola, Iso, Bananen, Äpfel, Weingummi, Schokolade, Müsliriegel und Salzbrezeln schon ziemlich gut. Die Zielverpflegung mit allem oben aufgeführten plus Bütterkes und selbst gebackenem Kuchen war der Hit. Alles war ansprechend, appetitlich und hygienisch einwandfrei aufgebaut!


Natürlich hatten wir auch Bier im Ziel vorgesehen, mussten uns aber belehren lassen, dass das nicht geht. Glasflaschen wegen der Bruchgefahr schon mal gar nicht und dann ist halt leider nur sehr wenig Platz im Zielbereich, so dass ein gemütliches Beisammensitzen nicht möglich ist. Außerdem schäumt Weizenbier schnell über und macht dem Boden klebrig, was eine Reinigung nach sich gezogen hätte. Das fehlende Bier ist also den Rahmenbedingungen geschuldet.



Statistisches

Name des Laufs: 11. Elbtunnel-Marathon

Datum: 02.06.2019

Streckenlänge: 42.2 km

229 angemeldete Teilnehmer

201 Finisher

8 mal DNF

20 mal DNS

Schnellster Mann: Marcel Schlag in 02:50:45

Schnellste Frau: Britta Giesen in 03:16:38

Frauenquote: 19%

1,5% der Läufer in sub 03:00

11% der Läufer in sub 03:30

35% der Läufer in sub 04:00



Dank

Ein riesigen Dank alle Helferinnen und Helfer:

Orgateam, Ordner, Verpflegung, Helferverpflegung, Gepäckannahme, -aufbewahrung, -ausgabe, Dokumentation, Fotodokumentation, Veranstaltungssprecherin, Rennleitung, Zeitnahme, Startnummern Erstellung und -Ausgabe, Auf- und Abbauhilfen, Hängerfahrer, Kuchenspender, Ansprechpartner für Läufer …..

Ohne euch wäre diese einmalige Veranstaltung nicht möglich gewesen!


Ein zusätzliches Dank an unsere externen Partner:

Das HPA-Team vom St. Pauli-Elbtunnel

Das Sanitäter-Team von Jamo


Ihr habt alle einen Top Job gemacht!!!

Daumen hoch und Danke!




Text: STULLE

Bilder: Stulle, Michael, die meisten aber von Charlotte

Tipp:

Wenn du ein Bild anklickst, kannst du dir in der Magnific Popup Lightbox noch mehr Bilder und alle Bilder in groß ansehen!


Links:

Ergebnisse:

https://my6.raceresult.com/120303/results?lang=de

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=N9HIUZUXRQo

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Elbtunnel-Marathon-Laufen-unter-Tage,hamj82000.html

Bericht:

https://www.streakrunner.de/threads/11-elbtunnel-marathon-2019.12726/

Bilder:

https://www.flickr.com/photos/148449268@N03/albums/72157708900143468