Sunrise Marathon ohne Sunrise

So begrüßt uns der Herkules...,

...und so begrüßt uns die Sylke!

Das gesamte Läuferfeld

Blick auf Kassel in Runde I

Blick auf Kassel in Runde II

Blick auf Kassel in Runde III

Blick auf Kassel in Runde IV

Blick auf Kassel in Runde V

Blick auf Kassel in Runde VI

Blick auf Kassel in Runde VII

Blick auf Kassel in Runde VIII

Blick auf Kassel in Runde IX

Blick auf Kassel in Runde X

Die Marsberger in der Morgendämmerung

Christoph Meier

Alle dritter Platz, außer Sylke – Damensieg

Am Samstag, dem 22. Juli 2017 veranstaltete Sylke Kuhn unter ihrem Label 'Laufwerk Kassel' ihren 'Herkules-Marathon' als Sonnenaufgangs-Marathon Edition. Da ich das betreffende Wochenende eh in Marsberg verbringen wollte, entschied ich mich recht spontan zum Mitlaufen und meldete mich am Donnerstag noch an. Zu meiner Freude entschieden sich meine Marsberger Laufkumpel Christoph + Christoph + Moja auch dazu, an dem Lauf teilzunehmen. Ich bot an den Fahrer zu geben, was dankbar angenommen wurde.


Also auf nach Kassel!

Kassel ist mit seinen knapp 200 000 Einwohnern die drittgrößte hessische Stadt. Sie liegt im äußersten Norden des Bundeslandes und bildet dort ein Oberzentrum. Verkehrsgünstig gelegen (Bahn und Autobahn), liegt Kassel sehr zentral, fast mittig in Deutschland. Bei Kassel muss man selbstredend die Documenta erwähnen, die weltweit bedeutendste und größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die nur alle fünf Jahre statt findet. Zur Zeit läuft gerade die Documenta14, für traditionell genau 100 Tage. Kassel trug bis 1926 den Amtlichen Namen 'Cassel'. Warum man die Schreibweise geändert hat, habe ich leider nicht herausgefunden.



Der morgentliche Zeitplan sah vor:

Abfahrt: 03:55 Uhr

Zustieg Christoph und Moja: 04:00 Uhr

Zustieg Christoph in Westheim 04:10 Uhr

Ankunft Herkules Terassen: 04:40 Uhr

Briefing und Organisatorisches: 04:45 Uhr

Der Zeitplan wurde bis hierher minutengenau eingehalten.

Der Start war dann um 05:07 Uhr.


Der Sonnenaufgang war für Kassel um 05:32 angegeben. Allerdings sollten wir davon nicht viel sehen.


Viertel vor fünf trifft sich die aus 14 Läufern bestehende Gruppe auf einem kleinen Parkplatz auf dem Bergplateau zu Füßen des Herkules Bauwerks. Nachdem es auf der Fahrt wie aus Eimern gegossen hatte, ist es nun wenigstens von oben trocken. Es wird sich herzlich begrüßt, viele Läuferinnen und Läufer kennen sich. Jeder bezahlt einen kleinen Unkostenbeitrag in Höhe von 7,- Euro. Sylke hält ein kurzes Briefing mit allen notwendigen Erklärungen und einer Streckenbeschreibung. Die Strecke hat die Form einer Acht und ist mit Pfeilen auf dem Boden markiert.

Wir Starten am Besucherzentrum des Bergparks Wilhelmshöhe. Dieser wurde 2013 als Beispiel absolutistischer Architektur in die Weltkulturerbeliste der UNECO aufgenommen. Von dort geht es erst auf ein kurzes, recht zugewachsenes Stück Singletrail. Der Regen der Nacht hat den Boden aufgeweicht und glitschig werden lassen. Nun über eine kleine Erhebung unter Bäumen, bevor wir zum ersten Highlight der Strecke kommen. Aus dem Wäldchen kommen wir direkt zu Füßen des Herkules heraus und stehen flugs auf einer Aussichtsterrasse, die einen spektakulären Blick über die Nordhessische Stadt und das gesamte Kasseler Becken bietet.


„In 530 Meter Höhe krönt das Wahrzeichen Kassels – der Herkules – den Bergpark mit einem einmaligen Blick über die Stadt Kassel und das Umland.

Das monumentale Bauwerk besteht aus drei Teilen: dem felsartig gestalteten Grottenbau – hier haben auch die Wasserspiele ihren Ausgang –, dem offenen Belvedere und der Pyramide mit der 8,30 Meter hohen kupfergetriebenen Herkulesfigur.

In Auftrag gegeben wurde die Anlage Ende des 17. Jahrhunderts von Landgraf Carl, der ab 1701 den italienischen Architekten und Wasserbaumeister Giovanni Francesco Guerniero mit der weiteren Planung betraute. Unter seiner Leitung wurde das Bauwerk bis 1717 fertiggestellt. Die Figur des Herkules schuf der Augsburger Goldschmied Johann Jacob Anthoni als eine der frühesten kupfergetriebenen Monumentalstatuen weltweit.

Für den Landgrafen war das Bauwerk ein Symbol für den Triumph der Kunst über die Natur und die Allmacht der Schöpfungskraft des Menschen. In der Gestalt des Herkules, der in der Mythologie Kraft, Mut und Klugheit verkörpert, sah er seine eigenen Tugenden als Herrscher repräsentiert. Damit stellt die Gesamtanlage aus dem Herkulesbauwerk, den vorgelagerten Grotten und den Wasserkünsten ein Musterbeispiel barocker Herrschaftsarchitektur dar. Diese fürstliche Machtrepräsentation, die sich auch in der monumentalen Gestaltung des Parks widerspiegelt ist weltweit einzigartig.

Die große Wasserkunst im Bergpark, die unter Landgraf Karl entstanden ist, war eine architektonische und ingenieurtechnische Ausnahmeleistung ihrer Zeit und ist in ihrer Bedeutung ein Meilenstein der Kunst- und Gartengeschichte. Die barocken Anlagen mit Oktogon, Wassertheater und Kaskade sind durch ihre symmetrische und axiale Gestaltung als ideales Bild einer gewollten Künstlichkeit und sichtbaren Kunstfertigkeit zu verstehen. Das Wasser wird nach den Regeln der formalen Gartenkunst in geometrische Formen gegossen und wandelt als fließende Substanz über Fontänen, Becken und Treppen kontinuierlich seine Form“ (mhk).


Dann nach einer links-links-rechts Kombination eine kleine Rampe herauf und schon sind wir am Verpflegungsstand. Dieser ist am Waldrand, auf einer fest installierten Picknick-Area aufgebaut. Das Angebot ist nicht nur lecker, sondern auch liebevoll arrangiert. Neben Mineralwasser, Tee und Cola gibt es noch eine reichliche Auswahl an Snacks. Es stehen eine große Platte mit mundgerecht geschnittenem Obst und eine große Dose mit Weingummis, Lakritz, Nüssen, Salz- und Süßgebäck bereit. Alle Dosen und Platten sind mit Deckeln versehen, verschiedene Lebensmittel sind im Setzkastenprinzip in unterschiedliche Fächer gefüllt.

Doch dann nach der ersten Runde die große Überraschung. Der Verpflegungsstand ist total verwüstet. Dosen zum Teil geöffnet, Trinkbecher, Weingummi, Salzstangen, Kekse, Jacken alles liegt in einem Umkreis von bis zu 15 Metern um die Verpflegungsstelle herum. Nachdem wir alles notdürftig wieder aufgeräumt haben, sah es nach der zweiten Runde wieder ähnlich chaotisch aus! Was ist passiert?

Kollege Waschbär war mit seinen halbstarken Kumpeln zu Besuch und hat geschaut, ob auch für ihn was leckeres dabei ist und hat großzügig abgeräumt. Nach der dritten Runde hatten die nachtaktiven kleinen Räuber dann Feierabend und wir unsere Ruhe.


Diese oft nur freundlich aussehenden Kleinbären sind in Nordhessen und angrenzenden Regionen sehr präsent. Alleine in Kassel sollen über 10 000 Waschbären leben. Damit handelt es sich um die höchste Population in einer Europäischen Großstadt. Bei dem Waschbär handelt es sich hier um ein Neozoen, eine Art, die sich hier mit menschlicher Unterstützung etabliert hat, obwohl sie hier eigentlich nicht heimisch ist. Das für die Verbreitung des Waschbären in Europa wichtigste Ereignis, war das Aussetzen von zwei Waschbärpaaren 1934 am hessischen Edersee. Die vier Waschbären wurden vom Forstmeister von Berlepsch ausgesetzt, um dadurch die heimische Fauna zu bereichern. Obwohl es schon vorher ein paar Ansiedlungsversuche gegeben hatte, war nur dieser erfolgreich. Das Gebiet um den Edersee stellte einen für die ausgesetzten Waschbären fast optimalen Lebensraum dar, so dass die von diesem Zentrum ausgehende weitere Verbreitung schnell und dauerhaft erfolgen konnte. 1956 wurde der Bestand in Deutschland auf 285 Tiere geschätzt, 1970 auf etwa 20.000 Tiere und im Jahr 2005 auf eine niedrige bis mittlere sechsstellige Zahl. Obwohl durch diesen Gründereffekt ein genetischer Flaschenhals entstanden ist, scheint dies keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Waschbärpopulation gehabt zu haben. Die EU-Kommission hat Waschbären im Jahr 2016 auf die Liste der unerwünschten Tier- und Pflanzenarten gesetzt, deren Verbreitung in Europa bekämpft werden soll.


Von der Verpflegung ging es in den Wald und zwar in den Naturpark Habichtswald. Also, erst links und rechts Bäume, dann ein sehr idyllisches Stück am Waldrand mit einem traumhaften Blick zur linken, über eine riesige Naturweide mit urtümlich aussehenden Rindviechern drauf.


Nach der zweiten Runde wird es wieder nass, es fällt ergiebiger Regen. Nicht lange, dafür aber immer wieder. Dazu ist es warm und fast windstill.


Weiter tief in den Wald, an einer Spitzkehre wird scharf rechts abgebogen und es geht über einen ordentlichen Buckel (höchste Stelle der Strecke, ca. 600m ü.NN) zurück zum Start- und Zielpunkt am Besucherzentrum. Unterwegs finden sich immer wieder nette Gruppen, die ein Stück des Weges gemeinsam zurücklegen. So laufen Sylke, Michael, Christoph, Christoph, Moja und Thorsten die letzten beiden Runden gemeinsam und dann auch zusammen ins Ziel.

Die sehr kurzweilige, schöne und abwechslungsreiche Runde ist 4,3 Kilometer lang, hat 60 Höhenmeter und ist 10 mal zu laufen.


Für jeden Finisher gibt es eine Medaille und eine Urkunde.


Marathon:

1. Marc Fischer 1. M40 100 Marathon Club 4:14:38

2. Jens Rückert 1. M50 Arnstadt 4:24:15

3. Thorsten Stohldreier 1. M45 100 Marathon Club 4:33:57

3. Christoph Wurm 2. M40 ASFM Göttingen 4:33:57

3. Christoph Meier 1. M35 TuS Westheim 4:33:57

3. Michael Kiene 1. M45 100 Marathon Club 4:33:57

4. Thomas Borchardt 1. M55 Laufteam Wolfhagen 4:35:18

5. Peter Martin 2. M50 FC St. Pauli Marathon 4:49:22

6. Werner Kater 1. M65 100 MC / TSV Fuhlen 6:47:44

7. Dietrich Eberle 2. M65 100 MC/1974 MV/Country Club 7:35:10


1. Sylke Kuhn 1. W45 100 Marathon Club 4:33:57

2. Silvia Peter 2. W45 Laufteam Wolfhagen 4:49:22


1. Moya Hund ASFM Göttingen 4:33:57


Halbmarathon:

Alexander Henschel, 2:10:41


Informationen über Läufe von Clubmitglied Sylke / Laufwerk Kassel findet man unter: laufwerkkassel.jimdo.com


Ein herzlichen Dank an Sylke für die Planung und Durchführung dieser tollen, liebevoll und professionell organisierten Laufveranstaltung! GUT GEMACHT, DANKE!!!


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Text und Bilder: Der Stulle