Spreelauf

Und wieder ist ein „Ingo“ zu Ende!
Es war der fünfte Spreelauf vom 24. bis 29. August 2014 von der Mündung der Spree in Spandau bis zu ihrer Quelle in Kottmar-Walddorf in 6 Tagesetappen.
Unser Club war mit Peer, Diethard, Frank, Jörg König, Christine, Sigrid und demnächst Mitglied mit mehr als 300 Marathons Cornelia dabei. Wir haben alle das Ziel erreicht und hatten sechs Tage lang die Möglichkeit, einmal mehr miteinander zu reden, als bei sonstigen kurzen Treffen natürlich nur zu Läufen. Wir hatten Spaß am Laufen, teilten uns den Ärger am Regentag, freuten uns wieder über Sonnenschein, waren stolz, wenn das obligatorische Verlaufen bei solchen Events nur kurz war, tranken am Abend zufrieden bei Helmut ein Bier oder auch zwei, stellten uns zum Frühstück an (ohne zu drängeln) und folgten Ingos Worten “ihr sollt laufen und nicht fett werden“(wenn der Nachschlag am Abend ausblieb).
So vergingen sechs Tage im Nu.
Auch heute am Sonntag war ich wieder um 4:00 Uhr wach, obwohl ja der Lauf vorbei ist und dieses Frühaufstehen nicht mehr nötig ist. Wie schnell man sich doch an diesen Läuferalltag gewöhnen kann. In Bautzen (in Gedanken immer noch Knaststadt) - aber eine alte ehrwürdige, mittelalterliche Stadt mit für mich entsetzlichen Kopfsteinpflasterwegen mindestens noch aus dem Mittelalter, erwartete mich nicht nur die örtliche Presse, sondern noch eine besondere Überraschung. Es war der Ortsvorsteher, der in 14 Jahren nicht vergessen hatte, dass er beim ersten Spreelauf 2000 – Start an der Spreequelle – mit mir die fünf Kilometer bis Ebersbach gewandert war. Er hatte das Shirt von damals an; ich hatte meines auch mit und bei der Siegerehrung auf dem Kottmar trugen wir es beide. Für diesen Lauf war ich damals auch gemeldet, durfte aber wegen der gerade überstandenen Rücken OP nur 5km pro Tag wandern. Es war eine nette Erinnerung. Überhaupt war dieser fünfte Spreelauf Erinnerung auch für Hardy Hartmann und Helmut Schieke, die damals noch als Läufer dabei waren und sich heute als Helfer – Gepäck verladen, LKW fahren, Verpflegung einkaufen - einbringen. Erinnerung gab es auch an den großen Bierwagen von EIBAU der uns an jedem Etappenziel erwartete.
Ansonsten Ablauf wie immer: 4:00 Wecken; 5:00  Frühstück; 6:00 Start für das Fußvolk und wieder eine Neuerung: Ingo rief zum Start nur die auf, die er um diese Zeit nicht dabei haben wollte; kein Wort zu viel! 7:00 Start für die schnellen Hirsche; irgendwann Zieleinlauf, Zeitnahme durch Gabi – Frau Wehrwolf – geduldig wartend auf die letzten, Duschen (nur in Beeskow waren sie kalt), Abendessen und dann 21:00 Nachtruhe und Licht aus. In Spremberg jedoch wollte die Beleuchtung nicht so wie wir es wollten. Nach einem auch für den Lichtausschalter unbekannten Rhythmus ging die Beleuchtung immer wieder an. Wie einfach waren  doch die gewöhnlichen Schalter vor 14 Jahren zu bedienen. Wie wunderbar, wenn Läufer auch Experten am Computer sind. Jedenfalls gelang es zweien nach 1 stündiger Beratung, das System zu überlisten und um 23:00 war es geschafft und die Halle blieb dunkel – natürlich nur bis 4:00 Uhr.Zieleinlauf am Freitag an der Spreequelle vorbei, auf dem Kottmar. Die Stadtoberhäupter waren anwesend und trugen uns auch an, am Frühschoppen am Sonnabend Morgen teilzunehmen. Wir konnten diese Einladung nicht annehmen, denn Ingo hatte  unsere Abreise um 9:00 geplant und der Bus kam pünktlich. Davor gab es noch die Siegerehrung mit Pokal und Geschenk für jeden und ein Erinnerungs- T-Shirt (für mich leider schon wieder ein Nachtgewand). Unser letztes gemeinsames Abendessen war nicht typisch für Ingos sonstige Abschiedsveranstaltungen.  Um 14:00 war ich schon zu Hause; andere hatten es weiter.
Danke Ingo, danke Helferteam! Auch wenn es im Moment heißt: Schluß mit Ingos Veranstaltungen - das hat er schon oftmals gesagt! Sage nie: nie wieder!  Es war zu schön, sehr anstrengend, um nicht in irgendeiner Weise wieder geboren zu werden.
Das wünschen sich nicht nur alle Beteiligten sondern auch der Sturmvogel

Fotos von Gabi G., die zahlreiche weitere Fotos veröffentlicht hat:
http://www.laufticker.de/reportagen/detail/article/5-spreelauf.html